Geschichtlicher Überblick von Theo Männer
Lage
Oberpfälzer Wald, Schwarzachbergland, Talkessel der Schwarzach, 398 m ü.d.M., auf einem Felsplateau
Vor- und Frühgeschichte
frühe sporadische Besiedlung des Schwarzachtals; Besiedlung des Burgbergs/ungewiss
frühes Mittelalter
Siedlungskontinuität
karolingisch
Aign – älteste belegte Siedlung
Ansitz eines Grundherrn, hölzerne Befestigung, Jakobskirche, Friedhof, später eigene Gemeinde bis 1850
um 900
„neue Burg“, namengebend, Burggraben
ab 1000
langsame Entwicklung zu Markt (1289) und Stadt (1300),an der alten Handels- und Heerstraße nach Böhmen, Münzprägung umstritten
1017
1. urkundliche Erwähnung
frühe Geschlechter (12. Jh.)
Neunburger, Ortenburger, Truhendinger
1261
Wittelsbacher kaufen Herrschaft Neunburg und Warberg
Gericht, Marktrecht (1289), um 1300 Stadterhebung, 1400 Stadtwappen, Befestigung
seit 1354
Residenz der pfälzischen Wittelsbacher / Ruprecht II.
Umbau der Burg, Hof, Gericht, Verwaltung, Braurecht - Ruprecht III. stiftet 1398 Spital
Pfalzgraf Johann
geboren und begraben in Neunburg vorm Wald
pfälz. Nebenlinie Neumarkt – Neunburg vorm Wald
klassische Territorialpolitik, einer der Väter der späteren Oberpfalz
Förderer Neunburgs: Georgskirche, Wochenmarkt, Rathaus, Befestigung
höfisches Leben: „Peter Unverdorben“, „Vom Hussenkrieg“,
Kampf gegen die Hussen: im täglichen Krieg, große Schlachten,
1433 legendäre Schlacht bei Hiltersried
Erinnerung: Grablege, Georgskirche als Stift, St. Leonhard, Ruprechtstag, Beinamen Sohn Christoph – König von Dänemark, Schweden, Norwegen - nachher allgemeiner Niedergang der Residenzstadt
Reformation
häufiger Religionswechsel, Lateinschule, neuer Friedhof
Dreißigjähriger Krieg
1634 Schweden besetzen die Stadt
1641 Belagerung durch kaiserlich-bayerische Armee Kriegsschäden,
Rückgang der Bevölkerung
1705 im Spanischen Erbfolgekrieg
österr. Besetzung der Oberpfalz, Zwangsrekrutierungen
Erhebung im Schwarzachtal (Pfarrer Miller)
Erinnerung: Gedenkstein am Plattenberg
1742 im Österreichischen Erbfolgekrieg
Panduren unter Trenck belagern Neunburg vorm Wald
Stadtbild verändert
durch Stadtbrände 1746, 1800, 1876 und durch Verkauf und Abbruch historischer Bauten
Orden
in der Gegenreformation: Jesuiten, Paulaner
1722 Franziskanerkloster, 1803 säkularisiert
1833 Karolina Gerhardinger neuer Orden: Arme Schulschwestern
19. Jh./Barmherzige und Mallersdorfer Schwestern betreuen Spital und Krankenhaus
19. Jh.
Ämterkleinstadt, Glasschleifen im Umland
1896 Bahn Bodenwöhr – Neunburg vorm Wald
1900 Abtrennung des Bezirksamts Oberviechtach
1903 E-Werk, Stadtwerke
1. H. 20. Jh.
1905 Krankenhaus
1906 evangelische Kirche
1915 Bahn Neunburg vorm Wald – Rötz
Weimarer Republik: keine Besonderheiten
3. Reich: 1945 KZ-Todesmärsche, Massaker, KZ-Friedhof - Einmarsch der Amerikaner/Militärregierung
2. H. 20. Jh.
neuer Aufschwung nach 1945
Bevölkerungsanstieg, neue Wohnviertel, Industrieansiedlungen,
1963 Bundeswehr-Garnison, 1972 Gebietsreform, Tourismus, Altstadtsanierung, Denkmalpflege, Dorferneuerung, Musikschule, Museum, Festspiel, Stadtkapelle, Spielmannszug
Anfang 21. Jh.
Rückschläge: Schließung des Krankenhauses und der Kaserne






