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Jahresrückblick 2020 des Ersten Bürgermeisters Martin Birner anlässlich der Stadtratssitzung am Donnerstag, 17. Dezember 2020

Zum Abschluss der letzten öffentlichen Sitzung blickte Erster Bürgermeister Martin Birner noch kurz auf das zu Ende gehende Jahr 2020 zurück. Für die Fraktionen im Stadtrat dankte Alexander Trinkmann für die geleistete Arbeit und ging nochmals kurz auf die wichtigsten Themen ein. Zum Jahresrückblick des Ersten Bürgermeisters Martin Birner und die Weihnachtsrede von Fraktionssprecher Alexander Trinkmann wird auf die beiliegenden Anlagen verwiesen.

Bild: Stadt Neunburg vorm Wald

Liebe Neunburgerinnen und Neunburger,
sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates,
liebe Vertreter der örtlichen Presse,
liebe Mitarbeiter/innen der Verwaltung,

einem guten Brauch folgend möchte ich die letzte Stadtratssitzung dieses Jahres zu einem kurzen Rückblick nutzen und versuchen, auf das abgelaufene Jahr zurückzublicken.

Ein schwieriges und außergewöhnliches Jahr neigt sich mit großen Schritten dem Ende entgegen. Die Corona-Pandemie beherrscht seit Monaten mit ihren immensen Auswirkungen auf unser gesellschaftliches Leben, die Wirtschaft, Schulen und Kindergärten, Seniorenheime, den medizinischen Sektor, das Vereinsleben uvm. und fordert von uns allen Entbehrungen und Einschränkungen. Der Alltag wird bestimmt von Maskenpflicht, Abstandswahrung, Kontaktbeschränkung und Hygienekonzepten. Es schmerzt, dass der Lockdown in der Weihnachtszeit fortgesetzt werden muss. Jetzt die Kontakte noch weiter zu reduzieren, verlangt uns viel ab. Aber die Corona-Lage lässt derzeit nichts anderes zu. Je stärker wir jetzt die Regeln einhalten, desto besser kommen wir hoffentlich durch den Winter. Wir müssen alle gemeinsam mithelfen, diese nie vorher gekannte Situation erfolgreich zu meistern!

Auch die Weihnachtszeit dieses Jahr ist anders. Vielleicht erleben auch Sie gerade zum ersten Mal eine wirklich „staade Zeit“?

Bei den Kommunalwahlen im März wurde ich als Erster Bürgermeister im Amt bestätigt. Vierzehn Stadträte wurden wiedergewählt, sechs sind neu im Gremium. Auf die Monate des Jahres 2020 zurückblickend stellen wir erneut fest, dass sie für unsere Stadt wieder von vielen Themen und Aufgabenstellungen bestimmt waren. Trotz Corona galt es, diese zu initiieren, zu planen und umzusetzen. Kurz gesagt: Ein riesiges Bündel an wichtigen Investitionen und Planungen für die Zukunft konnte heuer wieder erledigt werden. Beispielhaft möchte ich hier nur ein paar Maßnahmen nennen:

- Eröffnung des Gesundheitszentrums Ostoberpfalz mit einem internistischen und chirurgischen
   Facharztsitz und Nachbesetzung eines Allgemeinarztsitzes durch das Gesundheitszentrum

- Ersatzbeschaffung LF 20 für die FF Neunburg vorm Wald

- Investitionen im Bereich der Bildung, insbesondere die Sanierung und Erweiterung der Grundschule
   einschl. der Ganztagsbetreuung, Ausbau der digitalen Infrastruktur mit EDV-Vernetzung und WLAN,
   Tablets und digitalen Tafeln

- Umsetzung der Bürgerwünsche im Bürgerhaushalt

- Innenstadtentwicklung, Rathauserweiterung/Sanierung, Einbau einer Aufzugsanlage zu Musikschule
   und Schlosssaal sowie viele Maßnahmen von privaten Investoren

- Brückenbauwerk Eiserner Steg - Notbehelfsbrücke

- Bauleitplanverfahren des Roßkopfareals „Stadtmarkt & Wohnen“, Forstmeisterberg,
   Seniorenwohnanlage, Wohngebiet in Seebarn sowie zwischen der Ringseis- und Bahnhofstraße

- Erschließung und Vermarktung des Neubaugebietes „Nördlich der Stephanstraße“

- Ausbau der Staatsstraße 21 51 zwischen Fuhrn und Sonnenried sowie Straßenbau bzw.
   -erneuerungen

- Erneuerung der Wasserleitung, Kanalsanierung, Straßeninstandsetzung, DSL-Leerrohrverlegung und
   Gehwegausbau im Ufertal

- Umsetzung des Abwasserkonzeptes aufgrund der Änderungen der abwasserrechtlichen
   Bestimmungen - Auflösung der Ortskläranlagen Diendorf, Seebarn, Penting, Kleinwinklarn,
   Mitterauerbach und Anschluss der Ortsteile an die Kläranlage Neunburg vorm Wald

- Flurneuordnung/Dorferneuerungen, Spatenstich für das Dorfgemeinschaftshaus mit
   Feuerwehrgerätehaus Kleinwinklarn

- Erlebnisspielplatz „Eixi“ in Gütenland und Bau der Dirt-Bike-Anlage

- usw.

Möglich war dies vor allem dank unserer vielen Betriebe und Unternehmen und der dort Beschäftigten, denen wir in und um Neunburg vorm Wald weiterhin gute Standortbedingungen bieten wollen. Wir müssen uns allerdings darüber im Klaren sein, dass unsere wirtschaftliche Lage nicht immer so rosig bleiben und unser finanzieller Spielraum aufgrund der Pandemie deutlich geringer werden wird. Ein Blick in die Finanzplanung und in den vor uns liegenden Maßnahmenplan für die nächsten Jahre warnt uns eindringlich, alle Maßnahmen und Ausgaben detailliert auf deren Notwendigkeit bzw. Aufschiebbarkeit zu prüfen.

Auch für 2021 stehen wieder einige Aufgaben an, die es zu erfüllen gilt, und wir haben uns viel vorgenommen. Unabdingbar sind dabei Investitionen in die Infrastruktur, in Straßen und Abwasser, die den Bürgern oft erst dann bewusst werden, wenn wieder einmal irgendwo eine Straße aufgerissen oder gesperrt ist. Vor dem Abschluss steht die Sanierung und Erweiterung der Grundschule in der Ledererstraße. Auch die Stadtentwicklung und Stadtsanierung ist - wie schon in den vergangenen Jahren - ein bedeutender Schwerpunkt. Schließlich gilt es auch, durch den Ausbau des Breitbandnetzes besonders unsere Betriebe und Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten und ihnen und uns optimale Rahmenbedingungen in Neunburg vorm Wald zu bieten. Auch kulturell wird sich wieder viel tun in unserer Stadt, wobei die Aktivitäten hier vor allem von Ehrenamtlichen in den zahlreichen Vereinen getragen werden. Wir können derzeit nur hoffen, dass diese Aktionen nicht wieder coronabedingt beeinträchtigt werden.

Nach all dem, was in 2020 angepackt wurde und für 2021 und später geplant ist, können wir voller Stolz und Zuversicht in das Neue Jahr blicken. Damit will ich meinen Rückblick auch bewenden lassen.

Am Ende des unvergesslichen Jahres 2020 danke ich daher ganz besonders allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich zum Wohle unserer Stadt und der Mitmenschen eingesetzt haben. Ohne die vielen ehrenamtlichen Leistungen wäre unsere Welt ärmer; deshalb gilt diesen Personen zu Weihnachten unser aller Dank und Anerkennung für ihr vorbildliches Wirken. Mein Dank gilt auch den Damen und Herren des Stadtrates, der Verwaltung sowie den städtischen Unternehmen für die vorbildliche Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.

Ein ganz besonderer Gruß gilt auch allen kranken Mitbürgerinnen und Mitbürgern sowie allen, die alleine sind. Wir denken an die Familien, die im abgelaufenen Jahr den Verlust eines lieben Menschen beklagen mussten. Ihnen wünschen wir im besonderen Maße, dass sie gerade durch die Weihnachtsbotschaft neue Kraft und Hoffnung finden, um mit Zuversicht in das neue Jahr gehen zu können.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Mitglieder des Stadtrates,
sehr geehrte Damen und Herren,

schauen wir mit Zuversicht nach vorn, und hoffen für 2021 ein Stück zu unserer alten Normalität zurückzufinden, aber auch die Erkenntnisse und Veränderungen aus 2020 zu nutzen und weiterzuentwickeln. Die Pandemie ist eine große Geduldsprobe für uns alle.

Unser besonderer Dank gilt an dieser Stelle all den engagierten Menschen, die gerade unser Land am Laufen halten, insbesondere die jetzt in den Krankenhäusern, Arztpraxen, Notaufnahmen und Apotheken, an den Supermarktkassen, den Kitas, Schulen, Senioreneinrichtungen, die Pflegedienste, bei der Polizei, den Hilfs- und Rettungsdiensten (Ortsfeuerwehren, THW, BRK, Wasserwacht) aber auch in den Behörden und Dienststellen Außerordentliches leisten und für uns alle - auch und gerade in dieser schwierigen Zeit - da sind. Aufrichtiger Dank gilt natürlich auch all denen, die sich freiwillig und ehrenamtlich für die Alten, Kranken und Schwächeren einsetzen - oft auch ganz im Verborgenen!

Nur gemeinsam können wir diese Herausforderung meistern - und wir werden dies auch tun, wenn wir im Kampf gegen den Virus zusammenstehen. Es kommt auf jede und auf jeden von uns an. Wir feiern das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel heuer unter besonderen Umständen.

Ich wünsche Ihnen sowie denen, die sich mit Neunburg vorm Wald in besonderer Weise verbunden fühlen, ein friedliches und segensreiches Weihnachtsfest sowie für das neue Jahr Gesundheit, Frieden und ihr ganz persönliches Glück, zu dem für die meisten Menschen neben der Familie auch das Wohlfühlen in ihrer Heimatstadt zählt - dazu können wir alle beitragen. Für das Neue Jahr 2021 wünsche ich Ihnen, Ihren Familien, Freunden und Bekannten alles Gute, Gesundheit, Glück und Zufriedenheit bei guter Gesundheit!

Ihr

Martin Birner

Erster Bürgermeister

 

Weihnachtsrede von Fraktionssprecher Alexander Trinkmann:

Das Ham‘ ma -Jahr 2020
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
natürlich halte ich mich an die Absprache der Fraktionssprechersitzung möglichst kurz zu sprechen wegen Corona. Für die ersten Rede zu Weihnachten für den gesamten Stadtrat macht man sich logischerweise Gedanken, worüber man spricht: über die große Politik, über den Sinn von Weihnachten und die Konsumtempel, die uns umgeben, über weltliche Dinge.
Ich glaube selbst ohne besondere Umstände, wie Gesundheitszentrum oder Eiserner Steg ist es passgenau und goldrichtig, über Neunburg und das Hammer-Jahr 2020 zu reden. Wer erinnert sich noch, außer den 5 Neumitgliedern im Rat, dass wir dieses Jahr Wahlkampf hatten? Allein hiermit könnte man eine Abschlussrede füllen.
Logisch, dass jeder für seine Ideen, für seine Partei oder Vereinigung kämpft. Wir haben hier denke ich, trotz aller Emotion und Kampfeslust eine Veranstaltung abgeliefert, sodass wir miteinander wieder gut zusammenarbeiten können. Inhaltlich sind mit einigen Ausnahmen viele Entscheidungen einstimmig oder mit großer Mehrheit gefasst worden. Natürlich gehört eine gesunde Portion Debatte in jedes Parlament.
Alleine ein Jahr mit Wahlkampf wäre ein Hammer-Jahr, aber die planmäßigen Aufgaben, die abgearbeitet wurden, geben einen weiteren Faktor zum Hammer-Jahr. Was ham ma alles planmäßig gewollt: Straßenbau (Fuhrn-Sonnenried, Umgehungsstraße, Diendorfer Str., u. v. m.), Start des Gesundheitszentrums, Bürgerhaushalt, Sanierung und Anbau Schule Ledererstr., Dorfgemeinschaftshaus Kleinwinklarn und Planung Kemnath, … auch das wäre es Wert allein darüber zu berichten. Bei dieser Gelegenheit sieht man, was die Verwaltung alles geleistet hat, das ist kein Ausdauerlauf, das ist ein Dauersprint. Daher gilt es „Danke“ zu sagen, der Verwaltung mit Georg Keil an der Spitze, aber auch allen städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Bauhof, Abwasser, Strom, den GmBHs und der Wasserversorgung, auch wenn dies natürlich ein eigener Verband ist).
Ebenso im Besonderen dem Kämmerer, der immer frühzeitig mit Unternehmen in Kontakt und bestens informiert ist. Oben erwähnte Punkte ham ma planmäßig absolviert. Außerplanmäßig, quasi als Sahnehäubchen obendrauf, kamen viele Sitzungen für Geschosswohnungsbau. Davon waren einige Investoren mit einem klaren Konzept vorstellig, andere wollten ihr Konzept stetig verbessern und ausbauen, dies musste an vielen Sitzung beschlossen werden.
Wohngebiete in den Dörfern kamen ebenso zusätzlich dazu, wie der Tatbestand, dass ein Bürger meinte, der Eiserne Steg müsse jetzt auch sofort saniert werden. All das ham ma auch gemacht und beschlossen. Auch hier wäre es leicht möglich eine eigene Jahresabschlussrede zu formulieren. Wenn man aber das Ergebnis sieht, dann kann man sich natürlich freuen.
Es ist aber nicht mit unserem Geld geschehen, sondern mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger. Denen sei hiermit gedankt, den Arbeitnehmern und Unternehmern. Hier verweise ich wortgleich auf die letzte Haushaltsrede.
Inhaltlich hat sich hier nichts geändert. Danken muss man in diesen Tagen aberauch unseren großartigen, stets einsatzbereiten und hervorragend arbeitenden Blaulichtverbänden, BRK, FFW, THW und Wasserwacht. In diesen schweren Zeiten leisten jene Unglaubliches. Aber auch den Vereinen, die momentan aus bekannten Gründen eher nicht so aktiv in der Öffentlichkeit stehen und Jugendarbeit, Sport sowie Kunst und Kultur als Ziel haben, gilt es zu danken.
Jetzt sieht man wie ärmlich und trist ein Leben ohne all dies ist. Schade allerdings, dass es mit den Entscheidungen für einen Förderung von Sportstätten in Neunburg erneut nicht geklappt hat.
Dennoch, nach dem Hammerjahr 2020, folgt das Hoffnungsjahr 2021. Ich bin zuversichtlich, der gesamte Stadtrat teilt hier hoffentlich meine Meinung. Wir sind zuversichtlich. Der Impfstoff ist da, in Großbritannien zugelassen, in Amerika auch, und wenn die EU mit der gebotenen Sorgfalt arbeitet, werden wir irgendwann im Januar auch impfen können. Dann kann auch das Vereinsleben in einigen Monaten wieder in Gang kommen. Dann hoffe ich, dann hoffen wir auf nachgeholte Feuerwehrfeste eine erneute Festspielsaison, einen phänomenalen Kunstherbst einen Kunstrasenplatz, lieber Thomas, die Sanierung des Tennisareals, lieber Martin, die Sanierung von Brücken, lieber Konrad das Stattfinden der noch offenen Haushaltssitzungsessen, lieber Bürgermeister die Stärkung der Verkehrssicherheit, lieber Harald, auf den Kauf von Grundstücken zum Start der Streuobstwiesen, lieber Umweltbeauftrager, den Sport, dass alle Neunburger Vereine aller Sparten vorne mitspielen, insb. einen Aufstieg des SC Kleinwinklarns, lieber Sissi, das Verschwinden von Corona.
Wir hoffen auf eine friedliche Wies’n und vieles mehr. Schreiten wir mit Zuversicht und Hoffnung voran. Bevor ich euch allen und euren Familien und Bekannten schöne Feiertage wünsche und für den Stadtrat das gleiche den Neunburgerinnen und Neunburgern wünsche, erlaube ich mir noch eine Kleinigkeit. In der Zeitung war des Öfteren der Aufruf „Neunburg schreibt!“, dies habe ich zum Anlass genommen und mich an einem Gedicht von Rainer Maria Rilkes „Herbsttag“ versucht, welches ich jetzt zum Besten geben werde:

Neujahrstag – Hoffnungsjahr 2021
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr schwer.
Der Herbst und Winter gar noch mehr
Auf dem Frühling ruht die Hoffnung.
Befiehl den letzten Viren jetzt zu flüchten;
die Lebensfreude soll zurückkehren,
lass die Menschen sich erlaben,
die Arbeit soll sich wieder lohnen.
Wer jetzt kein Corona hat, bekommt auch keines mehr.
Wer jetzt gesund ist, wird es lange bleiben,
wird spielen, reisen, lange Nächte feiern
und wird in den Vereinen hin und her
sich engagieren und noch mehr.
Gehen wir mit Zuversicht, Gesundheit und Freude in ein einzigartiges 2021.

Danke für die Aufmerksamkeit

Alexander Trinkmann
- für den gesamten Stadtrat