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KUNSTHERBST ´20: KULTUR IN KRISENZEITEN

Corona verändert auch den Neunburger Kunstherbst. Das Kulturfestival im Schwarzachtal startet Mitte September in seine achte Saison. Mit einem verschlankten Programm, das den Pandemie-Schutzmaßnahmen Rechnung trägt.

 

Ein Veranstaltungspaket mit 15 Terminen war bereits festgeschnürt, als im Frühjahr der Lockdown schlagartig alle Kulturaktivitäten beendete. Von Planungssicherheit ist gegenwärtig, auch nach einer Reihe von Lockerungen, nicht die Rede. Der Kunstverein Unverdorben stand wie viele andere Anbieter vor der Entscheidung: Alles absagen und auf bessere Zeiten waren – oder trotz Unwägbarkeiten und Risiken den Re-Start wagen

 

Die KVU-Vorstandschaft hat sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht.  „Im Krisenjahr 2020 einen Neunburger Kunstherbst zu präsentieren ist und bleibt eine Gratwanderung“, betonte Karl Stumpfi als zuständiger Programm-Koordinator während eines Pressegesprächs im Foyer der Schwarzachtalhalle. 1. Vorsitzender Peter Wunder verwies auf die aktuelle Bayerische Schutzverordnung, welche kulturellen Veranstaltungen hohe Sicherheitsstandards abverlangt. Zwischen allen Teilnehmern und Besuchern ist ein Mindestabstand von 1,5 m einzuhalten. Bei Veranstaltungen mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen beträgt die Anzahl der möglichen Besucher in geschlossenen Räumen höchstens 200 Personen. In geschlossenen Räumen gilt Maskenpflicht, solange sich die Besucher nicht an ihrem Platz befinden. Jeder Veranstalter hat ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten. Laut Wunder stehe der KVU in engem Kontakt mit Landrat Thomas Ebeling und der Abteilung „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ im Landratsamt, um auf alle Entwicklungen sofort reagieren zu können.

Die Neunburger  Programm-Macher nehmen aber auch Bezug auf eine Kernaussage des Staatsministers für Kunst und Wissenschaft Bernd Sibler: „Der abrupte Wegfall kultureller Angebote hinterlässt eine empfindliche Lücke im gesellschaftlichen Leben. Gerade jetzt wird deutlich, wie selbstverständlich unser reiches Kulturleben bisher für uns war. Wir sehen, wie elementar wichtig alle Formen der Kultur für unser Sozialleben sind“.

Kunstausstellung, Workshop, Konzerte und Lesungen – das alles will der KVU den Kunstinteressierten der Region in den kommenden Herbstmonaten bieten. Trotz Corona. Großveranstaltungen wird es diesmal nicht geben. Klassik-Gala, Blasmusik-Gala, Electronic Dance Night  und Peter-Alexander-Musical wurden abgesagt bzw. auf nächstes Jahr verschoben. Das Programm 2020 enthält ausschließlich Veranstaltungsformate, die unter strikter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben realisiert werden können. Das Tableau umfasst nun insgesamt zehn Termine auf den Sektoren Bildende Kunst, Darstellende Kunst und Kleinkunst. Kunstherbst-Auftakt ist am Freitag, 18. September mit der  Internationale Ausstellung „AHOJ 20 : Kunst und Heimat“ (Vernissage und Kunstprozession). Einen Programm-Schwerpunkt bildet der Workshop „Lust am kreativen Schreiben“ und die vom KVU initiierte Kunstaktion „Neunburg schreibt...“.

Auch nach Absage des großen Gala-Konzerts mit der Vogtland Philharmonie bleibt der traditionelle Neunburger  „Klassik-Feiertag“ 2. Oktober  erhalten – diesmal in Form eines Kammermusik-Abends mit Werken bekannter Komponisten des 20. Jahrhunderts und einer Uraufführung: Suite aus der modernen Operette „Cafe Ringelspiel“. Um dem Abstandsgebot zu entsprechen, ist das Zuhörerkontingent auf ca. 120 Plätze reduziert. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen!

Der Neunburger Kunstverein tritt auch als als Gastgeber von Kleinkunst-Events auf, so  am 5. Oktober bei der Lesung „Zwiefaches in Wort und Musik“ mit Autor Johann Maierhofer und Gitarrist Johann Wax (erstmals in einer neuen Kunstherbst-Location:  Alte Glasschleife in Untermurnthal). Wie im Vorjahr ist die Spitalkirche wieder Schauplatz einer Lyrik-Lesung – am 17. November rezitiert Autor Fabian Biersack aus eigenen Werken. Nach 2016 und 2018 ist der KVU ein weiteres Mal Gastgeber eines Musik-und Kulinarik-Abends im Foyer der Schwarzachtalhalle. Für Kunst- und Gaumengenüsse sorgen am 6. November Chansonette Anja Killermann und ein Kunstherbst-Menue aus der Esszimmer-Küche.

Für ein unterhaltsames Kunstherbst-Finale steht der traditionelle Blaue Montag mit dem hauseigenen Kleinkunstensemble.  Mit ihrem neuen literarisch-musikalischen Programm „Auf den Hund gekommen“ ziehen die Vier Unverdorbenen am 23. November Corona bedingt in den Saal des Gasthofs Sporrer um. Nach den Turbulenzen in der Vorbereitungsphase hoffen  die KVU-Verantwortlichen auf einen ruhigen und harmonischen Verlauf der geplanten Aktivitäten.  Ihre Einladung an alle Kunstinteressierten in der Region ist zugleich eine ein Appell: „Euer Besuch wäre ein starkes Zeichen der Solidarität und auch Beleg dafür, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben!“

Bild von der offiziellen Programmvorstellung (v. li.) Hans Fischer, Rosa Schafbauer, Bgm. Martin Birner, Karl Stumpfi und Peter Wunder. Foto: Alfred Grassmann