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ISEK-Fortschreibung 2015+

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 5. November 2015 die ISEK-Fortschreibung 2015+ beschlossen. Interessierte können sich die beschlossene Fassung der Stadt Neunburg vorm Wald hier als PDF-Dateien herunterladen.

Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) 2015+ (Teil 1)

Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) 2015+ (Teil 2)

Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) 2015+ (Teil 3)

Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) 2015+ (Teil 4)

Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) 2015+ (Teil 5)

 

 

Integriertes städtebauliches Einzelhandels- und Entwicklungskonzept

Im Rahmen des Städtebauförderprogramms "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" hat die Stadt Neunburg vorm Wald im Jahr 2009 ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) in Auftrag gegeben. Erstellt wurde dieses Konzept von der Projektgemeinschaft P4/CIMA vorwiegend in den Jahren 2009 und 2010. Der Stadtrat hat dieses Konzept am 15. Februar 2012 beschlossen. Mit dem ISEK wurde ein Konzept entwickelt, dass die Funktion der Innenstadt stärken und seine baulich-gestalterisch unzureichenden Situationen und vorhandenen Missstände beheben soll. Das ISEK soll

  • auf gesamtörtlicher Ebene eine integrierte städtebauliche Entwicklungskonzeption liefern, die das kommunalpolitische Handeln vorrangig auf die Stärkung des Stadtkerns ausrichtet und u.a. Aussagen und Ratschläge zum Einzelhandel mit Festlegung des zentralen Versorgungsbereichs beinhaltet und
  • auf Quartiersebene vorbereitende Untersuchungen nach § 141 BauGB als integriertes Innenstadtkonzept mit einem städtebaulichen Rahmenplan sowie einer Maßnahmen-, Kosten- und Finanzierungsübersicht liefern.

Zwischen der Beauftragung des ISEK’s und dem abschließenden Beschluss des Stadtrates lagen damals drei Jahre teilweise intensiver Auseinandersetzung mit den Inhalten. Am meisten beschäftigte die Stadt damals wie heute das Einzelhandelskonzept, dort insbesondere die Ausweisung eines „Zentralen Versorgungsbereiches“.

In dem seit 2009 erstellten und 2012 vom Stadtrat beschlossenen städtebaulich integrierten Entwicklungskonzept (ISEK) wurden insbesondere folgende Ziele formuliert:


Stärkung der Innenstadt als „Versorgungs- und Kommunikationsort“

Stärkung der zentralörtlichen Versorgungsfunktion der Stadt

Sicherung und Entwicklung der Nahversorgungsstrukturen

Besonders das Thema „Einzelhandel“ wurde darin stark in den Fokus gerückt, während gastronomische, kulturelle und touristische Aspekte darin recht kurz gehalten worden sind. Einzelhandel sollte danach weitgehend auf den eng abgegrenzten, schlauchartigen zentralen Versorgungsbereich beschränkt werden.

Seit Beginn des Prozesses „Integriertes Stadtentwicklungskonzept“ sind nun einige Jahre ins Land gezogen. In dieser Zeit hat sich sowohl allgemein (z.B. neues Landesentwicklungsprogramm, Schlecker-Pleiten, Internet-Shopping usw.) aber auch speziell in Neunburg vorm Wald viel getan und verändert.

Für die Stadt erschien es deshalb an der Zeit, einen kritischen Blick zurück und voraus zu werfen:

  • Wird das Richtige für die Stadtentwicklung getan?
  • Greifen die im ISEK 2012 beschlossenen Maßnahmen?
  • Wie läuft die Umsetzung?
  • Welche Wirkungen und Ergebnisse wurden erzielt?
  • Mit welchem Aufwand werden die Ergebnisse erzielt?

Neunburg vorm Wald steht wie die anderen Kommunen im harten und zunehmenden Wettbewerb um Besucher und Kunden. Will die Stadt nachhaltig im Wettbewerb bleiben, müssen die Anforderungen der Bevölkerung bzw. der Kunden an Handelslagen entsprechend berücksichtigt werden. Wettbewerb und Marktentwicklungen können bei einer Fortschreibung nicht ausgeblendet werden. Die Erfahrungen der vergangenen Ansiedlungsbemühungen haben gezeigt, was Einzelhandelsentwickler und Gutachter schon seit geraumer Zeit prognostizieren: räumlich und strukturell und verkehrstechnisch beengte „Handelslagen“ wie in der Hauptstraße entsprechen nicht mehr den notwendigen Anforderungen an einen nachhaltig funktionierenden größeren Handel. Dies gilt umso mehr, wenn mangels bestehenden öffentlich-rechtlicher Vorgaben wie dem Denkmalschutz ein größerer Eingriff in vorhandene Strukturen nicht möglich ist. Die bisherige Fokussierung scheint zumindest teilweise sowohl an den Bedürfnissen der Kunden als auch an den berechtigten Geschäftsinteressen der Einzelhändler vorbeizugehen. Die Stadt wird gegen die Marktkräfte nicht ankommen und es deshalb nicht schaffen, den großflächigen Handel auf die Innenstadt bzw. auf den zentralen Versorgungsbereich zu konzentrieren.

Vor diesem Hintergrund hat der Stadtrat die ISEK-Fortschreibung beschlossen, mit der auch die starke Fokussierung des Einzelhandels auf die Innenstadt bzw. den zentralen Versorgungsbereich überdacht und gleichzeitig geprüft werden, die Ausrichtung neben dem Handel mehr auf attraktives Wohnen für Jung und Alt, Dienstleistung, Tourismus, Gastronomie, Kultur und soziale Einrichtungen zu lenken.

Die Zielsetzung der Aktualisierung und Fortschreibung des Einzelhandelsentwicklungskonzeptes für Neunburg ist klar: Die Stadt muss sich weiterhin als leistungsfähiger Handelsstandort für Teile des Landkreises Schwandorf positionieren. Dieses gelingt nur – hier sind sich alle Beteiligten einig – wenn ein breiter und umsetzungsorientierter Konsens zur Entwicklung der Einzelhandelsstrukturen erreicht wird. Hierzu ist es notwendig, sich in einem ergebnisoffenen Prozess mit den aktuellen Strukturen in Neunburg, den vorhandenen Potenzialflächen sowie den Entwicklungen auf der Nachfrageseite und den umliegenden Konkurrenzstandorten intensiv auseinanderzusetzen.

Mit der Evaluierung und Fortschreibung beauftragt wurde die Arbeitsgemeinschaft bestehend aus der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung GMA GmbH & Schober-Architekten & Stadtplanung aus München.

Das Ergebnis dieser Evaluation liegt mittlerweile im Entwurf vor und lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Die Evaluation zeigt, dass das ISEK 2009/2012 grundsätzlich bestätigt werden kann. Die Aussagen zu den Handlungsfeldern sind im Wesentlichen gültig, die Maßnahmen durchaus sinnvoll. Dennoch erscheint eine Feinjustierung der Maßnahmen sowie der Ziele und der daraus entwickelten Prioritäten nach vier Jahren ebenso sinnvoll wie auch der kritische Blick auf die Handlungsfelder. Die Fortschreibung des ISEK beinhaltet deshalb auch ergänzende Handlungsfelder und eine Neufassung der Prioritätenliste.

Nachfolgend im Kurzüberblick die wichtigsten Erkenntnisse der Evaluation:

Die wichtigsten Erkenntnisse

Mit der langen und aufreibenden Diskussion um den zentralen Versorgungsbereich ist die Entwicklung der Altstadt, insbesondere die Behebung der Leerstände in der Hauptstraße, für eine Weile ins Stocken geraten. Der jahrelange erfolglose Versuch der Stadt gemeinsam mit einem Eigentümer einen Drogeriemarkt in der Hauptstraße zu entwickeln, hat – das kann man heute sagen – dem Image der Altstadt mehr geschadet als genützt. Im Nachhinein betrachtet war es zweifelsohne ein Fehler der Stadt, einzig und allein auf diesen Eigentümer gesetzt zu haben. Der Wunsch und die Vorstellung, dass mit diesem Discounter weitere „großflächige“ (damit ist nicht der baurechtliche Begriff gemeint) Einzelhändler in die Altstadt zu locken wären, ist verständlich, aber nicht nachvollziehbar. Es stellt sich heute die Frage, ob dies die richtige Idee zur Belebung der historischen Altstadt und zur Behebung des kleinteiligen Leerstandes war. Vor allem diesen Aspekt galt es in der Evaluierung und Fortschreibung des ISEK’s zu betrachten.

Die Herausarbeitung einer eindeutigen (alt)städtischen Identität und davon ausgehend ein wirksames Image in der Außenwahrnehmung (regional und überregional) muss jetzt an erster Stelle im weiteren Vorgehen stehen. Es muss darüber nachgedacht werden, womit man die Altstadt in Verbindung bringen möchte. Welche Rolle spielt hier der Tourismus? Ist hier der Ort für Kultur und Bildung? Welchen Beitrag zur Belebung kann das Wohnen in der Altstadt leisten. Wie können bestehende Einzelhandels- und Dienstleistungsstrukturen gestärkt werden?

Profil- und Markenprozess

Ein Profil- und Markenprozess ist für Neunburg vorm Wald die Basis für die Akzeptanz und die Identifikation aller Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Altstadt und somit die Grundlage für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Alt- und der Vorstadt, die hier nicht vergessen werden darf. Laut der Basisuntersuchung Tourismus, welche innerhalb der Fortschreibung des ISEK’s durchgeführt wurde, zeugt die hohe Anzahl an Übernachtungen im Bereich Neunburg vorm Wald von einem attraktiven Angebot für die Touristen; bisher wagen sich diese aber nicht bis in die Altstadt vor. Vielleicht auch weil es in der Stadt sowohl an geeigneter Gastronomie als auch an einem individuellem, regional bezogenen Angebot an Produkten fehlt, die für Besucher interessant wären. Laut der Basisuntersuchung stellen die der Region stark verbundenen Touristen ein lukratives Kundenpotenzial für die Altstadt dar, welches bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist.

Tourismus- und Regionalentwicklungskonzept

Ein fundiertes Tourismus- und Regionalentwicklungskonzept soll die vorhandenen Potenziale optimal nutzen, realistische Ziele für eine erfolgversprechende Positionierung stecken und konkrete Maßnahmen entwickeln (Umsetzungs- und Handlungsorientierung).

Stadtmarketing als Mittel gegen Leerstände

Leerstand ist ein großes Thema, insbesondere in der Hauptstraße. Die Gründe des Leerstandes sind vielfältig. Unter anderem sind Eigentümer von leerstehenden Gebäuden/Ladeneinheiten aufgefordert, ihre Verantwortung zu erkennen und ihr gerecht zu werden. Hier ist eine verstärkte Aufklärung und Beratung auf allen Ebenen notwendig. Es ist dringend geboten, funktionale, architektonische und soziale Dimensionen in einen integrierten Zusammenhang zu bringen. Stadtmarketing kann als Element einer strategischen Gesamtausrichtung der Stadtentwicklung begriffen und betrieben werden.

Weitere Auskünfte und Informationen zum ISEK 2015 erhalten Sie:

Peter Hartl, Tel. 09672/9208-426, Fax 09672/9208-477 oder per eMail unter peter.hartl@neunburg.de